Technology OverviewRund um die Litze

Rund um die Litze

Eine Litze besteht aus einer oder mehreren Lagen von DrĂ€hten, die schraubenlinienförmig um eine Einlage gewunden sind (Abb. 1).

Abb. 1: Litzenaufbau

SchlaglÀnge der Litze

Unter der SchlaglÀnge einer Litze versteht man die Ganghöhe der helixförmig geschlagenen DrÀhte, also die LitzenlÀnge, bei der der Draht einmal vollstÀndig umlÀuft.

Durch VerĂ€nderung der SchlaglĂ€ngen können die BerührungsverhĂ€ltnisse benachbarter DrĂ€hte, die elastischen Eigenschaften und die BruchkrĂ€fte der Litze verĂ€ndert werden.

Schlagrichtung der Litze

Man unterscheidet zwischen linksgĂ€ngig und rechtsgĂ€ngig geschlagenen Litzen. Die Schlagrichtung einer Litze ist linksgĂ€ngig, wenn ihre DrĂ€hte (sich vom Betrachter wegbewegend) entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht sind (Abb. 2). Die Schlagrichtung einer Litze ist rechtsgĂ€ngig, wenn ihre DrĂ€hte (sich vom Betrachter wegbewegend) im Uhrzeigersinn gedreht sind (Abb. 3). Die Schlagrichtung der Litzen wird hĂ€ufig mit dem Kleinbuchstaben s fĂŒr die linksgĂ€ngige Litze und dem Kleinbuchstaben z fĂŒr die rechtsgĂ€ngige Litze angegeben.

Litzendurchmesser

Unter dem Litzendurchmesser versteht man den Durchmesser des kleinsten, alle DrĂ€hte umschließenden HĂŒllkreises. Der Litzendurchmesser wird ĂŒblicherweise mit Mikrometerschrauben gemessen und auf 1/100 mm genau angegeben. (Abb. 4)

Abb. 4: Litzendurchmesser

Litzenmachart

Unter der Machart einer Litze versteht man das Bildungsgesetz, nach dem die DrĂ€hte relativ zueinander angeordnet sind. So besitzen zum Beispiel alle Litzen der Machart Seale den Aufbau 1-n-n (mit n = 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
) Drahtlagen, die im gleichen Arbeitsgang parallel miteinander verlitzt werden, werden gemĂ€ĂŸ EN 12385-3 in der Bezeichung durch ein Minuszeichen “ – “ verbunden.

Die Bezeichnung einer Litze der Machart Seale Seale 17 ist somit 1 – 8 – 8, die Bezeichnung einer Litze der Machart Seale 19 ist 1 – 9 – 9.

Die wichtigsten Litzenmacharten sind die ein-, zwei- und dreilagigen Standardlitzen (Abb. 5). sowie die Parallelschlaglitzen der Macharten Seale, Filler, Warrington und Warrington-Seale (Abb. 6 und 7). Die zwei- und dreilagigen Standardlitzen weisen Überkreuzungen zwischen den DrĂ€hten der verschiedenen Drahtlagen auf (Abb. 5). Hier werden die Drahtlagen in getrennten ArbeitsgĂ€ngen in gleicher Richtung (Kurzzeichen N) mit gleichem Verlitzwinkel, aber unterschiedlicher SchlaglĂ€nge verlitzt. Die sogenannten Parallelschlaglitzen (Seale, Filler, Warrington, Warrington-Seale) vermeiden die Überkreuzungen und erzeugen statt dessen LinienberĂŒhrungen der DrĂ€hte (Abb. 6 und 7) durch Verlitzung aller Drahtlagen mit unterschiedlichem Verlitzwinkel, aber der gleichen SchlaglĂ€nge.

Abb. 5: Standardlitze
Abb. 6: Parallelschlaglitze

Verdichtete Rundlitzen

Abb. 7: Litzenmacharten

Verdichtete Rundlitzen

Verdichtete Rundlitzen werden zunĂ€chst konventionell aus torsionsfrei verlitzten RunddrĂ€hten hergestellt. Anschließend werden sie entweder im gleichen oder in einem separaten Arbeitsgang, beispielsweise mit Hilfe von Ziehsteinen oder Walzen, auf einen kleineren Durchmesser komprimiert, wobei sich die ursprĂŒnglich runden DrĂ€hte am Verdichtungswerkzeug und an den NachbardrĂ€hten stark verformen (Abb. 8).

FĂŒllfaktor der Litze

Unter dem FĂŒllfaktor einer Litze versteht man den Quotienten aus dem Metallquerschnitt der Litze (nach Definition vereinfacht gerechnet als die Summe der Einzeldrahtquerschnitte), bezogen auf die FlĂ€che des kleinsten die Litze umschreibenden Kreises. Der FĂŒllfaktor gibt an, welcher Anteil des Raumes, den die Litze im Seil einnimmt, mit Stahl gefĂŒllt ist. Die FĂŒllfaktoren der gebrĂ€uchlichsten Litzen liegen etwa zwischen 0,70 und 0,82. Dies bedeutet, daß der Stahlanteil am Litzenvolumen etwa 70% bis 82% betrĂ€gt. Durch Verdichtung können die FĂŒllfaktoren der Litzen noch erheblich gesteigert werden. Der FĂŒllfaktor einer Litze steigt im allgemeinen mit zunehmender Drahtzahl an. So hat beispielsweise eine Litze Seale 15 (1 – 7 – 7) einen FĂŒllfaktor von etwa 0,77 und eine Litze Seale Seale 19 (1 – 9 – 9) einen FĂŒllfaktor von etwa 0,79.

Abb. 9: Seilaufbau (veropro 8 RS)
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